Schwangere und Stillende sollen gegen COVID-19 geimpft werden

Die Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für schwere COVID-19-Erkrankungen, genauso wie für schwere Influenza-Verläufe. Die erhöhte Gefährdung der Schwangeren sowie die wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Daten über geimpfte Schwangere bewogen die Ständige Impfkommission (STIKO) zu der Impfempfehlung gegen COVID-19 für Schwangere und Stillende.

Leidet die Schwangere unter Vorerkrankungen wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes oder ist sie stark übergewichtig, wird das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zusätzlich erhöht. Es ist auch davon auszugehen, so die Ständige Impfkommission, dass ungeimpfte Schwangere durch die erhöhte Infektiosität der Delta-Virusvariante von SARS-CoV-2 stärker gefährdet sind als durch die bisher zirkulierenden anderen Virusvarianten. Die Impfung schützt Schwangere wie Nicht-Schwangere sehr gut vor symptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen und vor schweren COVID-19-Verläufen. Es wurde auch nachgewiesen, dass mütterliche Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 über die Plazenta zum Embryo transportiert werden, es ist aber noch unklar, ob diese das Neugeborene gegen COVID-19 schützen könnten.

Empfehlung der STIKO

Ungeimpften Frauen im gebärfähigen Alter empfiehlt die Ständige Impfkommission dringend die Impfung gegen COVID-19, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht.
Noch ungeimpfte Schwangere sollen mit zwei Dosen eines COVID-19-mRNA-Impfstoffs im ab dem 2.Trimenon geimpft werden. Der Impfabstand soll bei dem Impfstoff Comirnaty® (Biontech/Pfizer) 3 - 6 Wochen bei dem Impfstoff Spikevax® (Moderna) 4 – 6 Wochen betragen.
Schwangere, bei denen die Schwangerschaft nach der bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollten die Zweitimpfung erst ab dem 2. Trimenon erhalten.
Stillenden, die noch nicht geimpft wurden, empfiehlt die STIKO ebenfalls die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse zur Sicherheit der COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft zeigen, dass geimpfte Schwangere nicht damit rechnen müssen, mehr Impfnebenwirkungen zu bekommen als Nichtschwangere. Wurde im 1. Trimenon gegen COVID-19 geimpft, noch bevor die Schwangerschaft bekannt wurde, ist dies kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Darüber hinaus ergaben sich bisher keine Hinweise auf Risiken, wenn stillende Mütter geimpft wurden, weder für die Mutter noch für das Kind. Eine COVID-19-Impfung von Stillenden ist bei unkompliziertem Verlauf auch im Wochenbett möglich.

Weitere Informationen zu der COVID-19-Impfempfehlung von Schwangeren und Stillenden finden Sie auf der Seite der RKI unter COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).